Pressemitteilung

"Rottweil unter Strom"


Rottweil ohne Strom? In den Jahren vor 1894 ein ganz normaler Zustand. Erst ab diesem Zeitraum bestand für die Bürger der ehemaligen Reichstadt die Möglichkeit, Elektrizität zu nutzen. Wie es dazu kam und wie sich die öffentliche Stromversorgung in Rottweil entwickelte, ist Gegenstand des Buches „Rottweil unter Strom“ von Walter Kirner. Dieses wurde vom Rottweiler Stadtarchiv herausgegeben und nun öffentlich vorgestellt. Die Energieversorgung Rottweil (ENRW) hat die Drucklegung der 219 Seiten starken Publikation unterstützt.
 
Für die Präsentation von „Rottweil unter Strom“ lud der regionale Energieversorger an einen zum Thema äußerst passenden Ort: das Umspannwerk Prim. „Dieses hat  die Aufgabe, den ankommenden Strom der Hochspannungsleitungen auf 20.000 Volt zu reduzieren und in Kabel unter der Erde weiterzuleiten“, so Holger Hüneke, technischer Leiter der ENRW. Auch Autor Walter Kirner bewegte sich auf bekanntem Terrain: bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2010 war er bei der ENRW als Abteilungsleiter „Technischen Management“ tätig.
 
Sein Berufsfeld ließ den heute 70jährigen auch im Ruhestand nie ganz los: „Mir war bekannt, dass es schon mehrere vergebliche Versuche gab, die Geschichte der Stromversorgung in Rottweil zu dokumentieren. Irgendwann habe ich begonnen, die nur spärlich vorhandenen Unterlagen auszuwerten. Dann hat mich das Thema nicht mehr losgelassen“, berichtet Walter Kirner. Gut eineinhalb Jahre hat er recherchiert und geschrieben. Auch zahlreiche Pläne und Fotos wurden so „entdeckt“ und finden sich im Buch wieder. Insgesamt lässt sich zusammenfassen, war die Geschichte der Stromversorgung in Rottweil von vielen Rückschlägen geprägt. Ob finanzielle Sorgen der ersten privaten „Energieversorger“, kriegsgeschädigte Stromnetze oder chronischer Materialmangel – eine „Erfolgsgeschichte“ liest sich anders.
 
Wie mühevoll die Arbeiten für die ausführenden Monteure in den Anfangsjahrzehnten der Elektrizität im Raum Rottweil waren, dokumentiert beispielsweise ein Schreiben des langjährigen Elektromonteurs Albert Stadelmaier aus dem Jahr 1975. Hier erinnert er sich daran, wie er als junger Mann Anfang der 1930er Jahre bei Arbeiten in Locherhof das Material per Zweirad-Handkarren von Rottweil bis zur Baustelle schieben musste. Nicht selten erreichte Stadelmaier die Stadtwerke erst nach 20 Uhr, nachdem er in Locherhof gegen 17 Uhr aufbrechen durfte.  
 
Ein großes Lob bekam Walter Kirner auch von Gerald Mager, Abteilungsleiter Stadtarchiv und Stadtmuseum: „Walter Kirner liefert mit seinem faktenreichen Buch einen wichtigen Beitrag für die Erforschung der Rottweiler Stadtgeschichte.“
„Rottweil unter Strom“ ist in allen örtlichen Buchhandlungen und im Stadtarchiv  erhältlich.

Die am Buch "Rottweil unter Strom" beteiligten Personen präsentieren das Werk vor einem Transformator im Umspannwerk Prim.

Unser Bild vor einem Transformator im Umspannwerk Prim zeigt folgende an der Entstehung des Buches „Rottweil unter Strom“ beteiligte Personen (v.l.n.r.): Julia Schmutz (Agentur Hak Design), Robert Hak (Agentur Hak Design), Walter Kirner, Autor und ehemaliger ENRW-Mitarbeiter, Holger Hüneke, Technischer Leiter ENRW Energieversorgung Rottweil und Gerald Mager, Abteilungsleiter Stadtarchiv und Stadtmuseum der Stadt Rottweil.