Der Flächenverbrauch in Deutschland wird bei der Debatte um den Ausbau erneuerbarer Energien immer wieder heiß diskutiert. Insbesondere Photovoltaikanlagen stehen in der Kritik, wertvolle Flächen zu beanspruchen. Doch im Vergleich zu Siedlungs- oder Verkehrsflächen ist der tatsächliche Flächenbedarf von PV-Anlagen relativ gering. Zusätzlich bietet die Nutzung bereits versiegelter Flächen wie Dächer, Verkehrswege oder Parkplätze – ein großes, bisher noch nicht voll ausgeschöpftes Potenzial.
Ein innovatives Beispiel für diese doppelte Flächennutzung hat die ENRW Energieversorgung Rottweil GmbH & Co. KG an ihrem neuen Unternehmensstandort in Rottweil-Neufra realisiert. Über den dortigen Parkflächen wurde ein 2.100 Quadratmeter großes, faltbares Solardach installiert. Die Anlage zählt zu einer der ersten in Baden-Württemberg.
Einzigartige Konstruktion mit Seilbahntechnologie
Rund 700 Solarmodule spannen sich in rund sechs Metern Höhe über den Parkplatz. Die Anlage basiert auf einem patentierten Faltmechanismus mit Seilbahntechnologie des Schweizer Herstellers dhp technology AG. Über diesen lässt sich das Dach vollautomatisch ein- und ausfahren. Ein mechanisch anspruchsvolles System, das sowohl funktionale als auch sicherheitstechnische Anforderungen erfüllt. Mit der Umsetzung des Projekts zählt die ENRW zu den ersten Energieversorgern in Baden-Württemberg, die eine Solarfaltanlage in Betrieb genommen haben.
Rund 700 Solarmodule spannen sich in rund sechs Metern Höhe über den Parkplatz. Die gesamte Anlage verfügt über eine Leistung von bis zu 350 kWp.
Solarfaltdach bietet viele Vorteile
Das Solarfaltdach bietet neben der Stromerzeugung eine Reihe weiterer Vorteile. Die doppelte Flächennutzung – Parken und Laden unterhalb, Energieerzeugung oberhalb – steigert die Effizienz der ohnehin verbauten Fläche. Gleichzeitig schützt die Überdachung die Fahrzeuge vor Witterungseinflüssen und reduziert im Sommer die Aufheizung der Parkflächen. Gegenüber einer normalen Überdachung mit Solarmodulen zeigt sich ein weiterer Vorteil: Da die Komponenten aufgrund des Faltmechanismus durchlässig sind, ist kein gesondertes Entwässerungskonzept erforderlich. Die Funktion des ohnehin verbauten Drainagepflasters bleibt erhalten. Flora und Fauna können sich unter den Modulen frei entfalten und die darunterliegenden Grünstreifen sowie Baum- und Grüninseln benötigen keine zusätzliche Bewässerung. Trockene, staubige Flächen, wie sie oft unter Schleppdächern oder Carports entstehen, treten hier nicht auf. Eine Überkopfzulassung, ein entscheidender Faktor bei der Integration in öffentlich zugängliche Bereiche, ist durch die Leichtbauweise der Module mit Kunststoff ebenfalls gegeben.
Im Sommer reduziert das Solarfaltdach die Aufheizung der darunterliegenden Parkflächen.
Aufgrund der Durchlässigkeit des Faltdachs, können sich Flora und Fauna unter den Modulen frei entfalten.
Wetterabhängige Steuerung per Algorithmus
Die gesamte Anlage wird über eine Wetterstation automatisiert gesteuert. Ein Wetter-Algorithmus analysiert kontinuierlich Parameter wie Windgeschwindigkeit, Temperatur, Einstrahlung und Niederschlag. Bei kritischen Wetterereignissen – etwa Sturm, Hagel oder Schneefall – wird das Dach in wenigen Minuten eingefahren, um Schäden an der Anlage zu vermeiden. Im Winter wird der Mechanismus genutzt, um Schnee von den PV-Modulen fernzuhalten und die anschließenden Sonnenstunden voll nutzen zu können. Ergänzend überwacht ein Kamerasystem die Funktionsfähigkeit. Im Störfall wird ein Alarm ausgelöst und es erfolgt eine automatische Benachrichtigung der Netzleitstelle des Herstellers. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung sichert die Steuerungsfähigkeit im Falle eines Netzausfalls.
Strom der Anlage wird größtenteils selbst genutzt
Die installierte Photovoltaikanlage verfügt über eine Leistung von bis zu 350 kWp und ist Teil eines umfassenden Energiekonzepts am neuen Standort der ENRW in Rottweil-Neufra. In Kombination mit weiteren PV-Flächen auf dem Dach und an der Fassade des Neubaus speist die Anlage unter anderem das Heizungssystem mit Wärmepumpe sowie den darunterliegenden Ladepark mit aktuell 64 Ladepunkten. Durch eine intelligente Steuerung lässt sich der Eigenverbrauchsanteil zukünftig maximieren. „Mit den installierten Anlagen können wir unseren Strombedarf weitgehend selbst decken“, erklärt Michael Volk, Teamleiter Projekte/Netzleitstelle bei der ENRW. Überschüssig erzeugter Strom wird ins örtliche Netz eingespeist.
Die Anlage speist neben dem Heizungssystem des Neubaus der ENRW auch den darunterliegenden Ladepark mit aktuell 64 Ladepunkten.
Vorzeigeprojekt für die Region und darüber hinaus
Das Solarfaltdach gilt als Vorzeigeprojekt – sowohl für Unternehmen in der Region als auch darüber hinaus. Holger Hüneke und Stefan Kempf, Geschäftsführer der ENRW, betonen: „Mit dem Bau der Anlage haben wir gezeigt, dass der Ausbau erneuerbarer Energien nicht zwangsläufig zusätzlichen Flächenverbrauch bedeutet.“ Besonders gespannt sind sie auf die Ergebnisse des anstehenden Langzeittests. Schon jetzt überwiegen jedoch die Vorteile: Der erzeugte Strom fließt direkt in den firmeneigenen Ladepark, über den die Mitarbeitenden ihre E-Fahrzeuge während der Arbeitszeit laden können. Auch die Eigennutzung zur Versorgung des Heizsystems im neuen Gebäude der ENRW wird als großer Pluspunkt gewertet. Nachhaltig gedacht – und nachhaltig überdacht: Dieses Projekt steht sinnbildlich für zukunftsweisende Energielösungen.
Den Bericht und einige Bilder finden Sie in unseren Pressemitteilungen.
Es sind ein paar Monate vergangen seit dem großen Umzug aus der Rottweiler Innenstadt, dem Neckartal und Spaichingen in den neuen Unternehmenssitz in Rottweil-Neufra. Während die Fertigstellung der Außenanlagen auf der Zielgeraden liegen sind die innenliegenden Arbeitsbereiche eingerichtet, Bürobegrünung gepflanzt und die neue, moderne Medientechnik in regem Gebrauch.
Das Kundenzentrum wird noch ein Upgrade erhalten und hier und da gibt es Kleinigkeiten und Details, die bis zum großen Tag der offenen Tür am 12.7. zu vervollständigen sind. An diesem Tag bekommen alle interessierten Menschen einen Tag lang Einblicke in alle Ecken und Winkel des innovativen Neubaus, der in nachhaltiger Bauweise erstellt wurde.
Die neue und hochmoderne Leitstelle bietet den Kolleginnen und Kollegen nun optimale Arbeitsbedingungen, um 24/7 die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Durch die Auslagerung der Hardware wurde die Arbeitsatmosphäre deutlich verbessert. Schallschluckende Elemente sorgen für einen ruhigen Arbeitsplatz, auch wenn es einmal hektischer wird. Durch ein neues Video-System wurden außerdem die Darstellungsoptionen optimiert. So können sich die Mitarbeiter die Aufteilung der Monitore und der Bildwand individuell anpassen und haben stets alle wichtigen Komponenten im Blick.
Der „Marktplatz“ ist ein multifunktionaler Gemeinschaftsbereich. Er dient in erster Linie der Mittagspause, lädt aber ebenso zu Besprechungen oder zur Nutzung als alternativer Arbeitsbereich ein. Für größere Versammlungen kann er für bis zu 199 Personen bestuhl werden.
Das neue Verwaltungsgebäude lädt an vielerlei Plätzen zum Arbeiten ein. Sei es an den großen, höhenverstellbaren Schreibtischen, in den Lounge-Bereichen zwischen den Abteilungen oder auch in einem „Think Thank“ zur Stillarbeit.
Die Bürobereiche im Verwaltungsgebäude zeichnen sich durch einen offenen und hellen Charakter aus. Durch den Einsatz von Holz, Glas und mobilen Trennwänden sind flexible und freundliche Arbeitsplätze entstanden.
Das Verwaltungsgebäude von der Seite Mörikestraße/ Ferdinand-Meßmer- Straße. Hier noch gut eingepackt, wird dieser Gebäudeteil eine weiße Fassade erhalten und sich somit dezent in die Umgebung einfügen.
Die Zufahrt zum neuen Unternehmenssitz aus Richtung Stuttgarter Straße. Zwischen dem Lagergebäude (im Vordergrund) und dem Verwaltungstrakt (hinterer Teil) befindet sich die Zufahrt für die Mitarbeitenden sowie für Anlieferungen. Vor dem Lagergebäude werden die Parkplätze für unsere Kundinnen und Kunden angelegt.
Die neue, moderne Lager-Infrastruktur teilt sich in zwei Bereiche. Oben das Hochlager für Material der täglichen Einsätze. Auf dem untersten Bild ist das sog. „Kaltlager“ zu sehen, in welchem sich Rohrleitungen, Kabel und größeres Lagermaterial befindet.
Nicht nur im Lager, auch in den Arbeitsbereichen lässt sich die Holzhybridbauweise gut erkennen. Bei der Holzhybridbauweise werden sowohl Holz als auch Beton in ihren Stärken kombiniert und ermöglichen dadurch eine nachhaltige sowie möglichst effiziente Bauweise.
Durch den Einsatz von Glas und mobilen Wänden wurden offene und lichtdurchflutete Arbeitsplätze mit moderner Ausstattung geschaffen. Die Heiz- und Kühlsegel unter der Decke sorgen für eine leichte Kühlung an warmen und eine angenehme Beheizung an kühlen Tagen.
Ende Februar/Anfang März fand schlussendlich der große Umzug statt. Während das Lager bereits im Januar umgesiedelt wurde, folgten über die Fasnet die Standorte Spaichingen, Kundenzentrum und In der Au.
Der Blick in das zukünftige Kundenzentrum im Erdgeschoss und die dahinterliegenden Büroräume des Kundenservices. Mit einem offenen Wartebereich und separaten Besprechungsräumen empfangen wir zukünftig unsere Kundinnen und Kunden im Erdgeschoss des Neubaus.
Die Holzhybridbauweise lässt sich sowohl im Lagerbereich des Technikgebäudes (oberes Bild) als auch im Verwaltungsgebäude ab dem ersten Obergeschoss (unteres Bild) sehr gut erkennen. Bei dieser Bauweise werden sowohl Holz als auch Beton in ihren Stärken kombiniert und ermöglichen dadurch eine nachhaltige sowie möglichst effiziente Bauweise.
Links sind die Bodenkanäle zu erkennen, in denen bereits ein Teil der Verkabelung eingezogen ist. Hier im Bild sehen wir einen Teil der verlegten 100 km Netzwerkkabel, welche für den täglichen Betrieb unerlässlich sind.
Das zweite Obergeschoss des Verwaltungsgebäudes in Neufra wurde komplett aus Fichtenholz errichtet. Der Neubau wird nach Fertigstellung von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) überprüft und zertifiziert. Bei dieser Zertifizierung werden alle Baustoffe auf ihre Nachhaltigkeit hin begutachtet und zugelassen. Außerdem werden nicht nur Aspekte wie beispielsweise die ökologische Bilanz oder die Risiken für die lokale Umwelt berücksichtigt, sondern auch eine verantwortungsbewusste Ressourcengewinnung, Biodiversität vor Ort sowie Arbeitsbedingungen und Aufenthaltsqualität für die Mitarbeitenden.
Auch hier gut erkennbar: die Holzhybridbauweise – von Beton im Erdgeschoss hin zu Holz in den Obergeschossen. Das Firmengelände wird von einem begrünten Erdwall umgeben, der zum einen Sichtschutz zur Wohnbebauung bietet und zum anderen Erdwärmekörbe beheimatet, welche für die Beheizung des Gebäudes sorgen.
Auf der Rückseite des ENRW-Komplexes ist der sich aktuell im Bau befindende Mitarbeitendenparkplatz zu sehen. Im Hintergrund links das Verwaltungs-, rechts das Technikgebäude. Auf dem Technikgebäude sind sogenannte Lichtbänder installiert, welche auf der Südseite mit Photovoltaik belegt sind. Zusätzlich zur Photovoltaik-Anlage auf dem Dach wird auch die Südfassade beider Gebäude mit PV-Paneelen sowie der Mitarbeitendenparkplatz mit einem Solarfaltdach ausgestattet.
Im Mai 2024 war es soweit: Es wurde das Richtfest für den neuen Unternehmenssitz gefeiert. In ihrer Funktion als Bauherrin, vertreten durch die Geschäftsführer Holger Hüneke und Stefan Kempf, richtete die ENRW das Fest als Dank an die ausführenden Baufirmen aus. Unter den rund 80 Gästen waren auch Vertreter der Stadt Rottweil, Mitglieder des ENRW-Aufsichtsrats sowie des federführenden Architektenbüros Blocher Partners.
Bei strahlendem Sonnenschein und einem deftigen Handwerker-Vesper gab es einen ersten Eindruck des späteren Unternehmensstandortes. „Jetzt nimmt das Projekt Gestalt an und man bekommt schon eine ungefähre Idee davon, wie unser neues Betriebsgebäude am Ende aussehen wird“, erklärt Holger Hüneke. „Das Technikgebäude steht schon, der nächste große Schritt sind die Dächer und die Außenwände.
Die Vorarbeiten hierfür sind in vollem Gange. Am Lagergebäude sind die Leimbinder für die Dachkonstruktion montiert, nun wird die Holzdecke darauf montiert. Anschließend folgen die beiden oberen Geschosse des Verwaltungsgebäudes in Holzständerbauweise.
„Bisher sind unsere Mitarbeitenden an verschiedenen Standorten in Rottweil und Spaichingen im Einsatz“, erklärt Stefan Kempf. „Wir freuen uns sehr darauf, vielen davon bald ein gemeinsames Firmengebäude bieten zu können. Das stärkt noch einmal das Gemeinschaftsgefühl und sorgt für kürzere Abstimmungswege. Einzig ausgenommen davon sind natürlich leider die Kolleginnen und Kollegen des aquasol und des Eigenbetriebs Stadtentwässerung.“
Anfang 2024 lassen sich das Verwaltungs- und das Technikgebäude bereits erahnen. Noch vor dem Frost zur Weihnachtszeit wurde die Bodenplatte des Verwaltungstraktes gegossen, mittlerweile stehen die Betonstützen im Erdgeschoss und die Treppenhäuser sind zu erkennen. Sie werden später die oberen Geschosse tragen, die nach dem Konzept der Holzhybridbauweise komplett aus Holz entstehen. Diese Bauweise kombiniert die Stärken von Beton und Holz und ermöglicht dadurch eine nachhaltige und möglichst effiziente Bauweise.
Die Betonstützen im Technikgebäude, in welchem sich später auch das Lager und die Werkstätten befinden werden, stehen ebenfalls bereits an Ort und Stelle und die Bodenplatte ist gegossen. In diesem Gebäude wird verstärkt in Holzbauweise gebaut. Wo Beton aufgrund der Statik nötig ist, wird dieser eingesetzt.
An der Nord- und der Ostseite des Geländes ist bereits der Sichtschutzwall zu sehen, unter dem sich die Erdwärmekörbe befinden. Diese sorgen zu jeder Jahreszeit für eine angenehme Temperierung der Arbeitsräume: Dem Erdreich wird Energie in Form von Wärme entzogen oder andersherum aus dem Gebäude hierhin abgeleitet. Der Wall wird bereits in diesem Frühjahr begrünt und passt sich so in das natürliche Umfeld zwischen Gewerbe- und Wohngebiet ein.
Die nächsten Schritte sind der weitere Hochbau beider Gebäude. Die Zufahrtsstraße samt Fußgängerwegen sind bereits fertiggestellt.
Die Baustelle ist in vollem Gange: Die Energieversorgung Rottweil (ENRW) baut im Gewerbegebiet von Rottweil-Neufra ihren neuen Unternehmenssitz. Der regionale Energieversorger nutzt die Chance, welche sich durch die Landesgartenschau 2028 im Rottweiler Neckartal ergibt. Aufgrund der Zusammenführung von bisher unterschiedlichen Unternehmensstandorten können die betrieblichen Abläufe ab 2025 deutlich effizienter und wirtschaftlicher gestaltet werden.
Dabei spielen zwei Themen eine zentrale Rolle: Nachhaltigkeit und Effizienz. Das Gebäude entsteht in Holzhybridbauweise. Dabei werden Holz sowie Beton mit ihren Stärken kombiniert und ermöglichen dadurch eine nachhaltige sowie möglichst effiziente Bauweise. Die Nutzung von Erdwärme mittels Wärmepumpen sorgt für Beheizung und Kühlung des Gebäudes. Parkplatzflächen, der Sonnenschutz an der Südfassade sowie die Oberlichter von Werkstätten und Lager sollen mit Photovoltaik-Paneelen belegt werden, um möglichst viel Energie für den Betrieb vor Ort selbst zu erzeugen.
Die nachhaltige Bauweise des neuen Unternehmenssitzes, einem Effizienzhaus Stufe 40 nach KfW, orientiert sich dabei zusätzlich an den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB). Die DGNB ist Marktführer unter den Anbietern von bauspezifischen Zertifizierungssystemen in Deutschland. Weltweit wurden in rund 30 Ländern bereits mehr als 10.000 Auszeichnungen an Projekte vergeben, die nach den Prinzipien der DGNB geplant, gebaut sowie betrieben werden (Stand 31.12.2022).
Bei der Zertifizierung durch die DGNB werden nicht nur Aspekte wie beispielsweise die ökologische Bilanz oder die Risiken für die lokale Umwelt berücksichtigt. Weitere Aspekte sind eine verantwortungsbewusste Ressourcengewinnung, Biodiversität vor Ort sowie Arbeitsbedingungen und Aufenthaltsqualität für die Mitarbeitenden. Darüber hinaus finden Immissionsschutz - beispielweise von Schmutz und Licht - sowie noch andere komplexe Themenbereiche Berücksichtigung in den umfangreichen Auflagen zum Erhalt der Zertifizierung. Können die Baupläne so erfüllt werden, erfolgt ab 2025 die Zertifizierung in Gold als Beleg für nachhaltiges Bauen.
Schließlich wurde im Rahmen des Bodenschutzkonzeptes auf dem Bauplatz in Rottweil-Neufra kürzlich der abgetragene Oberboden auf angrenzende Ackerflächen ausgebracht. Dies entspricht nicht nur den Vorgaben zum sachgerechten Umgang mit Bodenmaterial und Baggergut, sondern vermindert auch nachteilige Auswirkungen auf die natürlichen Bodenfunktionen im Bereich der Baustelle. Aktuell noch vorhandenes Oberbodenmaterial verbleibt im Baugebiet zur Andeckung von Grünflächen und des Erdwalls.
Die Bagger sind schon seit Mai 2023 da, um die Erschließungsstraße zu bauen. Doch nun startet das eigentliche Vorhaben: Die Energieversorgung Rottweil (ENRW) baut ab sofort im Gewerbegebiet von Rottweil-Neufra ihr neues Unternehmensgebäude samt Innen- und Außenlager. Der regionale Energieversorger nutzt die Chance, welche sich durch die Landesgartenschau 2028 in Rottweil ergibt. Diese findet im Wesentlichen am bisherigen Betriebsstandort statt. Ihre Bestandsgebäude in der Au im Neckartal und Spaichingen wird die ENRW daher aufgeben und in einem modernen Neubau zusammenführen.
Im ersten Halbjahr 2025 soll der Umzug erfolgen, auf den viele der rund 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hin fiebern. Durch die Zusammenführung von bisher unterschiedlichen Unternehmensstandorten können die betrieblichen Abläufe künftig deutlich effizienter und wirtschaftlicher gestaltet werden. Auch das Kundenzentrum wandert von der Rottweiler Innenstadt nach Neufra.
Um die Bedenken der Anwohner ernst zu nehmen, wurde in der Bauplanung insbesondere eine optimale Erschließung und Anordnung der Gebäude berücksichtigt. So erfolgen Anfahrt und Belieferung ausschließlich durch das Gewerbegebiet über die Stuttgarter Straße. Darüber hinaus berücksichtigt der im Gebäude komplett abgebildete Logistikbereich sowohl die Vermeidung von Lärm wie auch den Sichtschutz zur Wohnbebauung. Das neue ENRW-Gebäude wird in die Geländetopologie eingebettet.
Erdwärme und Wärmepumpen beheizen den Neubau im Winter und temperieren ihn im Sommer. Für extrem kalte Tage und für die Absicherung der Notstromversorgung greift die ENRW auf die bewährte Technik eines Blockheizkraftwerkes zurück. „Mit einer großzügig dimensionierten PV-Anlage erzeugen wir einen Großteil des Stroms für den Betrieb und die Wärmepumpen selbst und dies CO2-neutral“, berichtet Holger Hüneke, technischer Geschäftsführer der ENRW. Das Gebäude entsteht in Holzhybridbauweise und wird von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) überprüft und zertifiziert. Bei dieser Zertifizierung werden alle Baustoffe auf ihre Nachhaltigkeit hin getestet und zugelassen. Zudem dürfen Klebstoffe und Bodenbeläge nur minimale Spuren von Lösemitteln enthalten. Qualität und Funktionalität des Gebäudes sind durch Simulation und Vorortmessungen nachzuweisen.
Das Betriebsgelände erhält zudem eine Infrastruktur zur Betankung von E-Mobilen und E-Bikes der Mitarbeiter sowie ausreichend Parkraum für Besucher und Belegschaft. Eine gute Versorgung mit Tageslicht und der Verzicht auf Klimaanlagen bilden eine wichtige Voraussetzung, um moderne Arbeitsplätze zu schaffen.