Bereits im vorigen Jahrhundert beschäftigten sich die Stadtväter von Rottweil ausgiebig mit der Gas- und Stromversorgung. Und wäre im Jahre 1854 die Anfrage des Rottweiler Gemeinderates an die Universität Mainz, den Mondschein für die Straßenbeleuchtung zu verwenden, positiv beantwortet worden, dann hätte die Nutzung regenerativer Energien schon vor etwa anderthalb Jahrhunderten Einzug in Rottweil gehalten.
So jedoch begann die neuzeitliche Rottweiler Energieversorgung im Jahre 1884 mit der Errichtung eines Gaswerkes in der Katzensteigmühle "In der Au", tief unterhalb des heute noch existierenden Gasthauses "Löwen". Initiator war der Fabrikant Max von Duttenhofer. Die Stadt hatte über die Einführung dieser neuen Art der Energieversorgung zwar schon häufig diskutiert, konnte sich aber lange nicht mit ihr anfreunden. Erst als Duttenhofer anbot, Rottweil auf privatwirtschaftlicher Basis mit Gas zu beliefern, war man bereit, die Straßenbeleuchtung auf Gas umzustellen und Duttenhofer erhielt für 25 Jahre das Alleinversorgungsmonopol.
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg verfügte die Hälfte aller Rottweiler Haushalte über einen Gasanschluss. Wohl angetan durch die Erfolge Duttenhofers, fasste der Rottweiler Kunstmühlenbesitzer Andreas Lang den Entschluss, die in seinem Besitz befindliche Vögelinsmühle zu einem Elektrizitätswerk auszubauen.
Zusammen mit seinem Bruder realisierte er 1893 den Plan, führte entsprechende Umbauten durch und belieferte fortan die Stadt mit Strom.
Das große Geschäft mit der neuen Energie wurde jedoch durch Duttenhofers Gasmonopol verhindert. So setzte sich die Elektrizität in Rottweil nur langsam durch. Elektrisches Licht war in den Häusern um die Jahrhundertwende in Rottweil eine Seltenheit.
Nachdem die Stadt im Jahre 1905 schon frühzeitig das Gaswerk von Duttenhofer übernehmen konnte, gelangte das Elektrizitätswerk erst 1921 in den Besitz der Stadt. Im Jahre 1928 wurde der Umbau von Gleichstrom auf Wechselstrom vollzogen.
Schon 1912 konnte der Bedarf der Stadt nicht mehr durch Eigenerzeugung gedeckt werden. Ab diesem Zeitpunkt wurde daher zuerst vom Kraftwerk Lauffenburg und dann ab 1923 vom "Überlandwerk Tuttlingen", das von der EVS übernommen wurde, Strom bezogen.
Seit Ende der 70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts wird die Eigenerzeugung von Strom in Blockheizkraftwerken gefördert und hat bis heute einen Anteil von ca. 13,5 % des verbrauchten Stromes erreicht.
Der heutige Unternehmensverbund ENRW wurde 1999 gegründet. Am 16. Dezember 1998 fasste der Gemeinderat der Stadt Rottweil in öffentlicher Sitzung mit großer Mehrheit die Grundsatzbeschlüsse für die neue Struktur der Stadtwerke Rottweil. Unter Einbringung von Stromversorgungsnetzen im bestehenden Versorgungsgebiet der ENRW hat sich die EnBW Regional AG an der ENRW Energieversorgung Rottweil GmbH & Co. KG mit 25,1 % beteiligt. Heute besteht der Unternehmensverbund aus der ENRW Energieversorgung Rottweil GmbH & Co. KG und den Eigenbetrieben ENRW Eigenbetrieb Stadtentwässerung und ENRW Eigenbetrieb.
Aus einem kommunalen Versorger ist in den vergangenen Jahren ein modernes und erfolgreiches Dienstleistungsunternehmen geworden.